Spieleranzahl: Zwei auf der Bühne, beliebig viele zum Auswechseln

Grundregeln/Beschreibung: Der Marathon beginnt, indem zwei Spieler in eine Startposition gebracht werden (Rücken an Rücken oder durch Bewegung, Vorgaben etc.) und nach dem Einzählen gemeinsam eine freie Szene improvisieren.

Die Szene wird von außen durch einen beliebigen weiteren Spieler gestoppt, indem er in die Hände klatscht und “Stopp!” ruft, was die Spieler dazu veranlasst, in ihrer Körperhaltung einzufrieren. Jener dritte Spieler wechselt nun einen eingefrorenen ab, wozu er seine exakte Körperhaltung, Position und Mimik übernimmt. Der abgelöste Spieler verlässt die Bühne. Eine neue freie Szene beginnt, die mit der vorangegangenen nichts zu tun hat. Dieses Verfahren ist beliebig lange wiederholbar.

Weitere Hinweise/Modifikationen: Der Marathon ist ein sehr schnelllebiges Spiel, da die Szenen selten mehrere Minuten lang laufen. Dennoch bietet es Raum für so ziemlich jede beliebige theatrale Situation. Die Szenen können also lustig und schnell sein, aber auch ruhig und fesselnd. Besonders von der Abwechslung und der Dynamik lebt ein längerer Marathon. Hier einige Hinweise, für das schnelle Geschehen:

  • Improvisieren! Ohne Idee in die Szene hineingehen. Nicht klatschen, weil einem gerade was gutes einfällt, sondern erst auf der Bühne die Impulse kommen lassen.
  • Körperhaltung beachten! Man kann sich durchaus erst einmal in die Körperhaltung einfühlen, bevor der erste Impuls kommt.
  • Akzeptieren! Besonders im Marathon fallen Blocks auf, da die Szene meist sofort ins Stocken gerät oder abgeklatscht werden muss.

Abwechslung kann auch geboten werden, indem vor Beginn jeder neuen Szene eine Vorgabe gegeben wird, wie beispielsweise “In welcher Sprache geht es weiter?”, “Was hat X hier in seiner/ihrer Hand?”, “Ein Gefühl für Y.” etc.

Der “Goldene Moment”/Beat

  • Wenn die Handlung den Höhepunkt erreicht hat
  • Ein Gag (geplanter Witz oder spontane Situationskomik)
  • Wenn Charakter-Beziehung-Ziel-Ort (CBZO) = Relation-Ort-Ziel-Typ (ROTZ) beantwortet ist
  • Wenn geblockt wird

Die Spieler außerhalb der Bühne sollten versuchen, genau dann abzuklatschen, wenn die Szene es benötigt. Dies kann zu verschiedenen Zeitpunkten der Fall sein: Es wird durch Wiederholungen eintönig; Ein Spieler kann eine Körperhaltung nicht mehr lange halten oder er/sie müsste gleich etwas riskantes tun (Salto aus dem Stand z.B.). In all diesen Fällen sollten die Spieler “gerettet” werden.

Sollte ein solcher Fall nicht eintreten, gilt es, den goldenen Moment abzuwarten. Meist hält man die Spannung des Publikums am ehesten, wenn im spannendsten Moment einer Szene oder bei der Lösung des Problems abgeklatscht wird. Wenn die Handlung (wie kurz oder lang sie auch sein mag) vorbei ist, kann ruhig abgeklatscht werden, sodass keine Pause entsteht, weil die Spieler erst nach einer neue Handlung oder Intention suchen müssen.


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