Bei dieser Übung werden Charaktere durch Bewegungstypen entwickelt. Grundlage ist eine vereinfachte Anwendung der Bewegungsstudien des Choreographen und Bewegungstheoretikers Rudolf von Laban.

Bewegungstypen werden aus den folgenden 3 Kategorien kombiniert:

  • Zeit / Phrasierung: plötzlich oder fortwährend

  • Gewicht: Leicht oder schwer

  • Raum: Direkt oder indirekt

Daraus ergeben sich 2³ = 8 Kombinationen, wie sich die Figuren verhalten/sprechen können:

  • Schlagen : Plötzlich / Schwer / Direkt (Türen knallen, polternd reden)

  • Hieb : Plötzlich / Schwer / Indirekt

  • Antippen : Plötzlich / Leicht / Direkt

  • Huschen : Plötzlich / Leicht / Indirekt

  • Schieben : Fortwährend / Schwer / Direkt

  • Wringen : Fortwährend / Schwer / Indirekt

  • Gleiten : Fortwährend / Leicht / Direkt

  • Streicheln : Fortwährend / Leicht / Indirekt

Variationen:

Als Vorbereitung für die Bewegungstypen kann mit einem Raumlauf begonnen werden. Den Spielern können dabei Anweisungen gegeben werden, wie z.B.:

  • Seid eine “horizontale” oder “vertikale” Person

  • Seid “aufwärts” gerichtet oder “abwärts” gerichtet

  • Seid “schwer” oder “leicht”

Danach kann man probieren, zu den Bewegungen eine Phrasierung hinzuzufügen: Seid plötzlich “leicht” (wie ein Vogel, der gerade losfliegt). Seid fortwährend “leicht” (Wie ein Luftballon) Eine schöne Inspiration ist es auch, im Hintergrund Musik zu spielen (zu welchem Bewegungstyp verleitet euch die Musik?). Dann kann man mit der Wirkung auf Figuren experimentieren: Wie würde sich eine “vertikale” Person bewegen, was für eine Figur wäre das (ein General?), wie würde sich eine fortwährend leichte Person verhalten (Bekifft? Betrunken?), welche Eigenschaften hätte eine plötzlich leichte Person (aufreizend?).

siehe auch Keith Johnstone: Theaterspiele, Alexander Verlag Berlin 1998.


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