Eine Person trägt eine Brille. Kommt in einen Raum. Setzt sich. Liest aus dem Klassenbuch vor, setzt die Brille auf, erkennt das sie im Raum mit den Schulvorstehern ist. Entschuldigt sich, will den Raum verlassen. Die Tür klemmt. Verlässt den Raum.

Die Person kommt nun wieder rein, hat sich wieder mit dem Raum vertan. Aber der Status ist etwas höher.

Dies kann sich in einer Endlosschleife beliebig oft fortsetzen. In der Praxis ist nach vier bis fünf Durchgängen meist genug.

Die Scham bildet das psychologische Zentrum. Der Motor der Szene ist nicht die Verwechslung selbst, sondern der Versuch, die Würde zu bewahren. Je peinlicher es der Person ist, desto lustiger wird es für das Publikum.

Wie kann der Status gehoben werden? Beim ersten Mal war es noch eindeutig ein Versehen. Beim dritten Mal tut die Person vielleicht so, als wäre es Absicht. „Ich sehe, Sie sind immer noch nicht fertig mit Ihrer Sitzung? Ich gebe Ihnen noch fünf Minuten.“


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